Der Steuerzahler ist der Dumme. Unser aller Geld wird wieder einmal mit aller Macht zum Fenster hinausgeworfen. Aber keine Angst, es ist nicht weg, es wechselt nur den Besitzer. Es wird viel verharmlost und schöngeredet aber die Rezession droht. Und wieder werden die Armen und der Mittelstand darunter zu leiden haben. Eine Umverteilung von Steuermitteln wird die Krise nicht beheben. Es ist nichts anderes als eine Sozialisierung der Verluste.
In allen Kommentaren wird darauf hingewiesen, dass die Banken sich untereinander nicht vertrauen. Aus welchem Grund sollte dann ein Aussenstehender ihnen trauen? Das macht doch keinen Sinn! Die meisten europäischen Großbanken haben bei der Entwicklung und dem Kauf und Verkauf von „kreativen Finanzprodukten“(Derivaten) kräftig mitgemischt. Und unsere Regierung von CDU/CSU und SPD hat in ihrer gemeinsamen Koalitionsvereinbarung diese Derivate als schützenswürdig positiv hervorgehoben. Diese „Volks“parteien haben etwas beschützt, was sie selbst nicht verstanden haben. Welche Lobbyisten da wohl das Sagen hatten?
Die staatliche KfW hat schon 8 Mrd.€ in die IKB geschaufelt. Die Landesbank Baden-Württemberg hat die Sachsen-LB für 17 Mrd.€ übernommen. Alles mit Geld vom Steuerzahler! Jetzt gibt unsere Bundesregierung auch noch eine Bürgschaft über mehrere Milliarden Euro. Was bekommt der Steuerzahler dafür als Gegenleistung?
Werden jetzt die Kosten für den Krieg in Afghanistan herabgesetzt oder gegen null gefahren? Wird die allgemeine Daseinsfürsorge ausgebaut? Es gibt vielleicht das kostenlose Bildungsangebot ab dem Kindergarten, damit uns dieser Schlamassel von miserabelst ausgebildeten Managern und kurzsichtigen Politikern in Zukunft erspart bleibt. Das wird leider nur ein frommes Wunschdenken bleiben.
Das Einfordern des Staates als Feuerwehr, eine Bankrotterklärung des Neo-Liberalismus, ist eine weitere Umverteilung von unten nach oben. In der nächsten Zeit werden andere Banken, Versicherungen und weitere Kreise der Volkswirtschaft (z.B. Automobilindustrie) Gelder vom Staat einfordern. Die Inflation wird erhöht, weil keiner mehr Vertrauen hat. Die Sachsen-LB und viele andere haben besondere Tochtergesellschaften gegründet. Dorthin wurden die Wettgeschäfte ausgelagert und die Risiken wurden damit nicht in den Bilanzen aufgeführt.
Es gilt den Steuerzahler zu schützen und rigoros gegen die Verbrecher des Kapitalismus vorzugehen.
Technorati-Tags: Krise, Bank, Staat, SPD, CDU
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Oktober 13, 2008 um 2:21
Eine sehr tolle seite,auch der Bericht Finanzkrise hat mich sehr beeindruckt.
Weiter so,denn ich lese gerne auf Ihrer seite.
mfg
tomasima
November 5, 2008 um 7:46
Hierzu was lesenswertes von Karl Weiss: http://karlweiss.twoday.net/stories/5300846/
Können Sie das glauben?
Da bleibt selbst dem schärfsten Kritiker des Kapitalismus der Mund offen
Von Karl Weiss
Der Berichterstatter hatte so eine Ahnung, dass Banken, die von den Milliarden-Paketen aus Steuergeldern gerettet wurden, dann auch noch Dividenden an ihre Aktionäre auszahlen. Aber im Gespräch mit einem äußerst glaubwürdigen Herrn ließ er sich überzeugen: Selbstverständlich wird jeder Bank, der ‚unter die Arme gegriffen wird‘ auferlegt, keine Dividende für dieses Jahr zu zahlen, eventuell sogar noch fürs nächste Jahr. Er erklärte mir: „Würden die auch noch Dividenden zahlen, dann würde das ja alle Grenzen der Zivilisiertheit und des Mindest-Anstands übertreten und der Kapitalismus hätte ausgedient, denn niemand würde das noch zusätzlich zu allem anderen akzeptieren.“
Nun, Zivilisiertheit und Anstand gibt es nicht mehr – der Kapitalismus hat ausgedient. US-Banken, die Gelder aus dem „bail out“-Fond erhalten haben, haben Dividenden angekündigt, die gleich hoch sein sollen wie im letzten Jahr. Es wird also Steuerzahlergeld direkt an Aktionäre weitergereicht.
Der Berichterstatter hatte sich von den glaubwürdigen Herrn leicht überreden lassen, denn es ist wirklich zu unglaubwürdig. Selbst als scharfer Kritiker des Kapitalismus bleibt einem bei so viel rotzfrecher Unverschämtheit der Mund offen stehen. US-Kongressabgeordnete haben erklärt, damit sei das Rettungspaket `ad absurdum` geführt. Nun wurde auch noch bekannt: Der US-Finanzminister Paulsen hatte den Banken lediglich auferlegt, nicht mehr Dividende als im letzten Jahr auszuzahlen. Kein Wunder, Paulsen war selbst Spitzenmanager einer großen Investmentbank.
Sind die noch bei Trost?
Das muss man sich wirklich langsam auf der Zunge zergehen lassen. Da sind sogar Banken dabei, die insgesamt an ihre Aktionäre mehr auszahlen werden als sie als Hilfe vom Staat erhalten haben. Zum Beispiel die `Bank of New York Mellon`, der 3 Milliarden Dollar aus dem Rettungspaket in den Schlund gestopft worden waren, kündigte eine Dividendenzahlung an, die sie insgesamt 3,3 Milliarden Dollar kosten wird.
Gleichzeitig kommt auch aus Grossbritannien eine ähnliche Nachricht: Die `Royal Bank of Scotland` (RBS), die nur mit Millarden von Steuerzahlergeldern überlebte, hat eben bekanntgegeben, sie werde an ihre Manager insgesamt 1,79 Milliarden englische Pfund ausschütten, als Boni für gute Leistungen (nachdem eben diese selben Manager die Bank in den Abgrund geführt haben). Das sind grössenordnungsmässig 3,2 Milliarden Euro. Der Sprecher des Finanzministeriums ihrer Majestät, Vince Cable, nannte das gegenüber dem `Guardian`: „Die machen die Regierung zu Trotteln!“
Als drittes kam einen Tag später die Notiz im `Wall Street Journal` aus den USA, auch dort werden hohe Angestellte von mehreren Finanzinstituten, die Staatsknete bekommen haben, extrem hohe Summen von Geld als Gehälter und für ihre Altersabsicherung bekommen. Der Umfang beläuft sich auf insgesamt 40 Millarden Dollar, laut einer anderen Meldung sogar 70 Milliarden Dollar.
Um allem noch die Krone aufzusetzen, geben die Banken, auch nachdem sie die Staatsgelder erhalten haben, weiterhin keine Kredite zu normalen Bedingungen. Sie sitzen vielmehr auf dem geschenkten Geld und warten eine günstige Gelegenheit ab, kleinere Konkurrenten zu kaufen. Die New York Times berichtet, ein führender Manager der JP Morgan Chase habe eine solche Strategie vorgegeben. Und uns wurde das Paket – so wie in allen Ländern – unter dem Vorwand „verkauft“, man müsse die Banken retten, denn sonst gäbe niemand mehr Kredit.
Und da liegen sie nun unter ihren Schreibtischen vor Lachen über uns leichtgläubige Trottel: „Hahaha! Und die haben das noch gelaubt! Hahaha!“
Wie lange wollen wir uns noch vom Kapitalismus zu Trotteln machen lassen?
Veröffentlicht am 4. November 2008 in der Berliner Umschau