Die deutschen Arbeitnehmer haben 2007 im Durchschnitt nur 1,4 Prozent mehr verdient als im Jahr zuvor. Nach Berechnung der „Welt am Sonntag“ lag die Zuwachsrate bei den Vorständen der DAX-Konzerne allerdings zehnmal so hoch. Augenscheinlich für völlig normal hält dies Dietrich Becker von der Investmentbank Perella Weinberg Partners, der auf der Internetseite mit dem Argument zitiert wird, der Anstieg der Bezüge sei mit besseren Leistungen der Manager einhergegangen.
Was bedeutet in diesem Fall „Leistung“? Sehr wahrscheinlich jemand wie Dieter Zetsche. Der Daimler-Chef konnte seine Bezüge um 40 Prozent auf über zehn Millionen Euro im vergangenen Jahr steigern. So wird wohl seine „Leistung“ bei der Vernichtung Tausender Arbeitsplätze belohnt.
Auch ohne Unternehmenserfolg können die Einkommen der Manager wachsen, wie bei dem Chiphersteller Infineon. Die Vergütungen des Vorstands stiegen um 17 Prozent und die Verluste des Unternehmens sind auch gestiegen.
Deutsche Manager suchen sich aus dem amerikanischen und europäischen Vergütungsmodellen das für sie Beste heraus. Extrem hohe Gehälter rechtfertigen sie mit dem Hinweis auf die USA und gönnen sich die Grundsicherung nach europäischem Vorbild.
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März 11, 2008 um 10:43
Deinem letzten Absatz muss ich voll und ganz zustimmen. Wenn die Manager in verlustreichen Jahren kein Gehalt bekommen würden, wäre das viel fairer.
März 27, 2008 um 9:45
Natürlich ist das normal.
Schließlich leben wir in einem Schmarotzersystem.
Und wie jeder ehrlich arbeitende weiß, noch dazu in einer Arschkriechergesellschaft, die uns unser Bundeskanzler manches mal auch als Leistungsgesellschaft verkaufen will.
Genauso normal ist es, dass die Wettgewinne in Milliardenhöhe auf den Konten einzelner landen, hat man sich im Casino „Börse“ jedoch einmal verzockt, fallen selbst so arbeitsfernen Subjekten wie Ackermann so „kommunistische“ Vokabeln wie Sozialisierung ein.
Ergo Gewinne für MICH, Verluste für EUCH alle.
Mithin, die Manager sind auch nur die Bogenschützen der wirklichen Schmarotzer. Nur von der grauen Eminenz hört man halt nicht viel.
Doch auch dort scheint man sich zu wundern, dass Autos keine Autos kaufen. Was mag der blöde Ford damit nur gemeint haben?
Verflixt…
März 28, 2008 um 12:19
Wenn ein Herr Ackermann von Sozialisierung redet, bekomme ich Angst. Meiner Meinung nach werden die Verluste der Deutschen Bank wesentlich höher sein als bisher bestätigt. Herr A. spielt den regierenden Parteien den Ball zu, damit vorsorglich neue Gesetzeslücken entwickelt werden können, um eine „sozialisierung“ der Verluste zu vermeiden. Die Diskussionen um die Verluste verschiedener Landesbanken hat den Politikern, trotz aller üblichen Unschuldsreden, nachhaltig geschadet. Der Fisch stinkt am Kopf zuerst.